„Die gute Form – Tischler gestalten Ihr Gesellenstück“ - ausgezeichnete Gesellen sind Botschafter ihres Handwerks
Zu einer schönen Tradition im Schreinerhandwerk gehört es, die Gesellenstücke aller Prüfungsteilnehmer eines Jahrgangs nach der Gesellenprüfung auszustellen und gleichzeitig von einer unabhängigen Jury für den bundesweiten Wettbewerb „Gute Form“ bewerten zu lassen. Als Ausstellungsort wurden wieder die stimmungsvollen Räume in der Domäne Blumenrod gewählt.
Obermeister Christian Kunz und sein Stellvertreter Karl-Heinz Schäfer hatten die ehrenvolle Aufgabe, vor der Preisvergabe, die 17 erfolgreichen Absolventen des Jahrgangs zu begrüßen, die in diesem Jahr zur Gesellenprüfung angetreten sind. Gleichzeitig aber auch eine erfreulich große Zahl an Betriebsinhabern und Lehrmeistern sowie viele Familienmitglieder, die sich selbst ein Bild von den Gesellenstücken machen wollten. Zuvor lag es aber an der unabhängigen Jury, bestehend aus dem Abteilungsleiter Oliver Koch, Studienrat Karl-Heiz Martin und Fachlehrer Kay Simon, die Gesellenstücke nach vorgegebenen Kriterien zu bewerten. Dies waren eigenschöpferische Ideen, ausgeprägte Gestaltung, Gebrauchsfähigkeit, Materialauswahl und Materialkombination. Mindestens 100 Stunden hat sich jeder Prüfling intensiv mit seinem Gesellenstück beschäftigt, bis aus der Idee über das Modell das fertige Kunstwerk jetzt im Beisein von zahlreichen Gästen ausgestellt und bewundert werden konnte.
Kaum ein Handwerk kann die Ergebnisse der Lehrlinge zur Gesellenprüfung so anschaulich präsentieren wie das Schreinerhandwerk. Wie von Obermeister Christian Kunz zu hören war, müssen die Lehrlinge alle genannten Kriterien beachten und einbeziehen, die dann entsprechend von der Jury gesichtet und bewertet werden. Für die Lehrlinge war es innerhalb des letzten halben Jahres die Aufgabe, Ideen zu sammeln, diese wieder zu verwerfen, neue Ansätze finden, die Abgabe des Vorentwurfs zu beachten, die Schnittzeichnung zu erstellen, Materiallisten zu schreiben und „schließlich dann die Fertigstellung des Gesellenstücks“, so der Obermeister. Die Anforderungen an die Lehrlinge sind entsprechend hoch und müssen in ihre Werkstücke einfließen.
An die vielen Gäste, die in der Domäne Blumenrod der Prämierung beiwohnten, hob er hervor, dass alle Gesellenstücke, die prämiert wurden, Ästhetik und Funktion verbindet „und formal dem heutigen Zeitgeist entsprechen“. So würden in die Gesellenstücke viele Neigungen und Hobbies der Lehrlinge einfließen „aber auch Charaktereigenschaften wie Kreativität und Perfektionismus“.
Mit Spannung wurde die Wertung der Jury erwartet. Der dritte Platz ging an Felix Schuck-Hembes aus Wiesbaden, der seine Lehrzeit beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Diez absolvierte, der zweite Platz an René Dietrich aus Limburg von der GAB in Limburg. Als Sieger wurde Nils Pistor aus Dornburg-Wilsenroth prämiert. Seinen Schreibtisch fertigte er in seinem Ausbildungsbetrieb Kunzhandwerk - Christian Kunz in Dornburg-Dorndorf. Mit diesem Erfolg hat Nils gleichzeitig die Teilnahme am Landeswettbewerb erreicht. Zu den ersten Gratulanten zählten Landrat Michael Köberle, der Obermeister der Kreishandwerkerschaft Wolfram Uhe und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stefan Laßmann, der die Glückwünsche und Präsente der Schreiner-Innung überreichte. Vom Fachverband der Schreinerinnung war der Hauptgeschäftsführer Hermann Hubing anwesend, der den erfolgreichen Gesellen Urkunden und Bildungsgutscheine überreichte. Es ging in diesem Zusammenhang auch ein Dank an die Ausbildungsbetriebe und die Berufsschule. Im Rahmen der dualen Ausbildung, so Christian Kunz, würde das Handwerk sich der gesellschaftlichen Aufgabe stellen und dringend benötigte Fachkräfte auszubilden. „Das heutige Ergebnis bestätigt, dass es sich hierbei um ein Erfolgsmodell handelt“. Gerade in Zeiten des Lehrlingsmangels ist eine gute Ausbildung das wichtigste Fundament und eine Zukunftssicherung für junge Menschen!
BU Wettbewerbs-Sieger von li: Platz 3 Felix Schuck-Hembes; Platz 1 Nils Pistor; Platz 2 René Dietrich