
Als Obermeister der Schreinerinnung hatte Christian Kunz zu Beginn der Jahreshauptversammlung als eine der ersten Aufgaben verschiedene Ehrengäste zu begrüßen. Neben dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stefan Laßmann und seinem Stellvertreter Olaf Fakler war dies noch die Hauptgeschäftsführerin des Fachverbandes Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz Andrea Belegante. „Der Austausch zwischen dem Fachverband und Innungen ist für uns wertvoll – denn gemeinsam können wir die Interessen unserer Betriebe am besten vertreten“ so Christian Kunz, der nach der Begrüßung mit seinem Geschäftsbericht fortfuhr. Hier konnte er von einer positiven Entwicklung im Bereich Mitgliederstand berichten. Neben drei Abgängen wurden auch vier Betriebe neu aufgenommen. Damit zählt die Innung am Ende des Jahres 2025 44 Mitglieder. „Das ist eine gesunde Basis“ so der Obermeister, aber man dürfe nicht stehen bleiben, neue Mitglieder sind die Zukunft jeder Innung. Auch die Zahl der Lehrlinge wurde positiv eingeschätzt. So sind in den Betrieben insgesamt 50 Jugendliche in Ausbildung. Dies bedeute eine Steigerung zum Vorjahr um zwei Lehrlinge. Danach ging Christian Kunz auf die wirtschaftliche Entwicklung ein, die weiterhin sehr angespannt sei. Die Baukonjunktur habe sich in Hessen abgekühlt. Vor allem im Wohnungsbau beobachte das Handwerk Zurückhaltung „viele Projekte werden verschoben, Genehmigungen dauern ewig oder werden gar nicht erteilt. Das betrifft nicht nur Großstädte sondern auch unseren Landkreis Limburg-Weilburg“. Doch der Markt würde sich auch ins positive verschieben. Weg vom Neubau, hin zu Sanierung, Modernisierung und Innenausbau. Hier läge die Chance für das Handwerk. Ob energetische Sanierung, individuelle Möbel, barrierefreies Wohnen oder funktionale Innenausstattung „überall, wo handwerkliche Qualität gefragt ist, sind wir die richtigen Ansprechpartner“. Man beobachte weiter hohe Material-, Energie- und Lohnkosten, Kalkulationen sind anspruchsvoller, und der Preisdruck ist enorm. „Trotzdem setzen wir uns durch – mit Qualität, Meisterwissen, Innovation und Kundennähe“. Weiter positiv sei, dass viele hessische Betriebe in moderne CNC-Technik, in digitale Planungen und automatisierte Prozesse investierten. Das Schreinerhandwerk sei nicht altmodisch „im Gegenteil, es ist eines der innovativsten Handwerke überhaupt“. Auch die Handwerksarchitektur wurde besonders erwähnt. Man schaffe durch das Zusammenspiel von Handwerk und Gestaltung Räume, Atmosphäre, Lebensqualität. Diese kreative Seite solle man stärker betonen, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Nachwuchswerbung. Und weiterhin bliebe zuletzt die Meisterpflicht als ein wichtiger Stabilitätsanker. Als eine der größten Herausforderungen sieht Christian Kunz die Fachkräftefrage. In Hessen würden die Ausbildungszahlen stagnieren, gleichzeitig suchen viele Betriebe händeringend Gesellen. Im Anschluss wurden die Wahlen zum Vorstand durchgeführt. Als Obermeister der Schreinerinnung wurde Christian Kunz für weitere fünf Jahre gewählt. Weiter im Vorstand sind der stellvertretende Obermeister Karlheinz Schäfer und die Beisitzer Jürgen Thomayer, Paul Riedel und Matthias Schmidt.