01.06.2026
Kategorie: Dachdecker, Kreishandwerkerschaft

Jahreshauptversammlung Dachdecker-Innung Limburg-Weilburg

Photovoltaik ist weiterhin ein Wachstumsmarkt für die Branche
vl. Stv.GF Olaf Fackler, GF Stefan Laßmann, Obermeister Christian Arkularius, Peter Ahnert, Nadine Kissel, Andreas Pfeiffer. (Es fehlen Tobias Brendel, Peter Hofmann, Eugen Wagner und Florian Feustel).

Brechen-Niederbrechen. Auch bei der Dachdeckerinnung der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg standen Wahlen zum Vorstand, neben dem Jahresbericht des Obermeisters, als wichtigster Tagesordnungspunkt auf der Tagesordnung. Bevor aber der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stefan Lassmann als Wahlleiter zum Einsatz kam, lag es am amtierenden Obermeister der Innung Christian Arkularius die Versammlung mit seinem Rechenschaftsbericht zu eröffnen. Und dies mit den aktuellen Zahlen. Demnach sind in der Dachdeckerinnung mit Abschluss des Jahres 2025 39 Mitglieder eingetragen. Für die Mitglieder habe sich die Rahmenbedingung, unter denen die Firmen arbeiten müssen, gewandelt. Seit 2020 lebe Man in aufregenden Zeiten. Positiv sei zu bemerken, dass die Nachfrage nach Dachdeckerleistungen weiter stabil ist. Modernisierung und energetische Maßnahmen sorgen dafür, dass die Auftragsbücher in vielen Betrieben über Monate gefüllt sind. Nicht zuletzt staatliche Fördermittel für die energetische Gebäudesanierung haben diese Nachfrage unterstützt. Der Schwerpunkt der Arbeit, würde nach den Worten von Christian Arkularius, auf Reparaturen, Wartung und Sanierung liegen „und genau das ist unsere Stärke“. In Hessen hat sich die konjunkturelle Lage im zweiten Quartal 2025 weiter gefestigt. Die Geschäftslage wird von 41 Prozent der Handwerksbetriebe als gut bewertet, und 46 Prozent als befriedigend. Die Betriebsauslastung sei in diesem Jahr erstmals auf 79 Prozent gestiegen. Das Bau- und Ausbaugewerbe gehörte dazu zu den Branchen mit den besten Bewertungen. Bundesweit erzielte das Dachdeckerhandwerk 2024 einen Umsatz von 12,8 Milliarden Euro. Für 2025 wurde trotz nachlassender Preissteigerungen noch ein leichter nominaler Anstieg erwartet. Allerdings ging der preisbereinigte Umsatz das vierte Jahr in Folge zurück. „Wir verdienen immer noch ordentlich, aber real – also inflationsbedingt – schrumpft der Kuchen etwas“. Ein Wachstumsfeld, das dem Dachdeckerhandwerk zunehmend zugutekommt, sind Photovoltaik und Gründächer. In Hessen haben der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks und der Fachverband Elektro- und Informationstechnik eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um gemeinsam die Energiewende auf den Dächern voranzutreiben. Bundesweit sind bereits knapp 50 Prozent der Elektrobetriebe im PV-Bereich tätig, etwa ein Drittel arbeitet regelmäßig mit Dachdeckern zusammen. Rund 1000 Dachdeckerbetriebe hätten den Intensivkurs zum Photovoltaikmanager absolviert. „Das ist die Zukunft – und wir sind mittendrin“. Es gilt aber auch Herausforderungen im Blick zu behalten. Hier sind die Rohstoff- und Energiepreise ein Thema. Auch können die Materialkosten erheblich schwanken, verstärkt durch politische und wirtschaftliche Unsicherheiten auf dem Weltmarkt. Höhere Materialkosten setzen die Gewinnmargen unter Druck. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sich das Handwerk von der Abhängigkeit fossiler Energieträger löst. Ein wichtiges Thema, dass das Dachdeckerhandwerk seit vielen Jahren verfolgt, ist der Fachkräftemangel. Bundesweit fehlen mehr als 3000 qualifizierte Dachdecker. Der Hessische Handwerkstag würde inzwischen von einem Lehrlingsmangel sprechen „nicht von einem Lehrstellenmangel“. Die Zahl der unbesetzten Lehrstellen liege derzeit in Hessen bei 1400. „Wo heute Lehrlinge fehlen, mangelt es morgen an Fachkräften, da gibt es nichts zu beschönigen“. Die Zahl der Dachdecker Dachdeckerbetriebe mit Mitarbeitern sinkt seit zehn Jahren in Folge. Bundesweit waren es nur noch knapp 1300. Mit Blick auf das Jahr 2026 wurde ein vorsichtiger Optimismus verbreitet. Die Betriebe stehen finanziell solide da, die Insolvenzquote liegt bei nur 0.7 Prozent und im Neubau wird moderates Wachstum erwartet. Am Ende wurden die Wahlen durchgeführt. Neben Christian Arkularius als Obermeister wurden noch gewählt Tobias Brendel zum stellvertretenden Obermeister sowie die Beisitzer Peter Hofmann, Nadine Kissel, Andreas Pfeiffer, Peter Ahnert, Eugen Wagner, Florian Feustel.


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