
Limburg-Staffel. Wolfram Uhe wurde in der Jahreshauptversammlung der Metallinnung der Limburger Kreishandwerkerschaft für weitere fünf Jahre in das Amt des Obermeisters gewählt. Der Vorstand wurde komplettiert durch den stellvertretenden Obermeister Ralf Thorn sowie durch die Beisitzer Andreas Knetsch, Bernhard Heibel, Markus Balbach, Jan Rohledder und Henrik Rudersdorf. Bevor aber Wolfram Uhe einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde, galt es für ihn die Versammlung mit der Begrüßung der Ehrengäste zu eröffnen. Neben dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stefan Lassmann waren dies noch mit Frank Pfau ein Vorstandskollege im Fachverband Metall Hessen aus dem Kreis Schwalm-Eder, der in Vertretung der Landesinnungsmeister über die Arbeit und Neuigkeiten aus dem Fachverband berichtete. Eröffnet wurde sein Rechenschaftsbericht mit der wirtschaftlichen Situation des Metallhandwerks. Das Jahr 2025 war, nach seinen Worten, für das Handwerk im Raum Limburg-Weilburg von gemischten Signalen geprägt. Die Konjunktur hat deutlich an Schwung verloren. Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region ist auf 92,7 Punkte gefallen – das liegt unter dem landesweiten Durchschnitt. „Besonders in der Bauwirtschaft und im produzierenden Gewerbe, wo viele unserer Metallbaubetriebe tätig sind, spüren wir den Druck“. Die Gründe dafür sind, nach Ansicht des Obermeisters, vielfältig. Gestiegene Energiepreise belasten die Kalkulation. Die geopolitischen Unsicherheiten – Konflikte, Handelsspannungen – verunsichern Kunden und verzögern Investitionsentscheidungen. Die Nachfrage, insbesondere im Bausektor, ist schwächer geworden. Zinsen für Kredite sind hoch, was private Bauherren und Investoren zurückhaltend macht. Aus eigener Erfahrung konnte er berichten, dass der Preiskampf wohl stärker geworden ist. Bei Ausschreibungen sind mittlerweile Preisunterschiede von 100 Prozent vom günstigsten zu teuersten an der Tagesordnung. „Ich bin mal gespannt wie lange das der eine oder andere Betrieb verkraften bzw. durchhalten kann“. Dennoch gibt es auch positive Signale. Etwa ein Drittel der Betriebe in unserer Branche plant nach einer Umfrage, weiterhin Investitionen. Das zeigt Vertrauen in die eigene Zukunft und die Bereitschaft, in moderne Technik, Digitalisierung und Energieeffizienz zu investieren. „Das ist wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben“. Landesweit betrachtet würden aber die Umsätze im hessischen Handwerk stagnieren. Der Auftragsbestand liegt bei durchschnittlich 9,5 Wochen „das klingt zunächst gut, aber in einigen Gewerken sind die Auftragsbücher dünner geworden“. Sorgen würde auch der Fachkräftemangel bereiten. Viele Betriebe würden gerne wachsen, neue Aufträge annehmen, expandieren oder zumindest den aktuellen Mitarbeiterbestand halten– aber es fehlen die qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Wettbewerb um gute Fachkräfte ist härter geworden. Industrie, Großbetriebe und andere Branchen locken mit hohen Gehältern und Benefits. Positiv sei zu diesem Thema der Blick auf die Ausbildungszahlen, die eine positive Entwicklung genommen haben. In den Betrieben sind derzeit 53 Jugendliche in Ausbildung. Ein Plus von fünf zum Vorjahr. Bundesweit ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Metallbereich um 1,2 Prozent gestiegen. Regional allerdings gab es in Limburg-Weilburg einen Rückgang in allen Berufen, bei den Bewerberzahlen um 1,5 Prozent auf insgesamt 1.340 Bewerberinnen und Bewerber. Dies sei auch wichtig für die Zukunft des Berufsschulstandortes.