
Limburg-Staffel. Nach der Freisprechungsfeier für die neuen Gesellinnen und Gesellen lag es für die Mitglieder der Elektro-Innung daran, sich zu der gemeinsamen Jahreshauptversammlung zu treffen, in deren Rahmen auch die Neuwahlen zum Innung-Vorstand auf der Tagesordnung standen. An Obermeister Martin Zirner lag es mit Zahlen und Auswertungen das vergangene Jahr 2025 Revue passieren zu lassen. Erfreulich war für ihn, dass der Mitgliederstand mit derzeit 67 Mitgliedern konstant blieb. Für die Innungsbetriebe wurden auch 2026 einige Seminare angeboten wie z.B. für die Themen Arbeitsverträge, Arbeitszeiterfassung, Werksverträge, Ausbildung und Krankheit. Zudem gab es praxisnahe Angebote wie die „Bierdeckelkalkulation“, „Werkzeugkisten-Controlling“, „Googeln war gestern“ und ein Seminar zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Die Branchenentwicklung ist nach den Worten von Martin Zirner angespannt. Hohe Energiepreise, eine schwächelnde Gesamtwirtschaft, große Unsicherheiten bei Investitionen und ein nachlassender Neubau belasten viele Branchen. Der Hessische Handwerkstag würde die Geschäftslage 2024 für das Hessische Handwerk als eher seitwärts „auf niedrigem Niveau, mit rückläufigen Umsätzen bei einem Teil der Betriebe und gebremsten Investitionen“ sehen. Das Elektrohandwerk stehe mitten in den Zukunftsthemen wie Energiewende, Digitalisierung, Gebäudetechnik Ladeinfrastruktur, Photovoltaik „und trotzdem spüren auch wir die Gegenwinde“. Die Stimmung in den Elektro-Handwerken habe sich deutlich eingetrübt, der Geschäftsindex ist gesunken, und viele Betriebe sind bei Neueinstellung zurückhaltender geworden. Die Zahl der offenen Stellen liege zwar immer noch bei 65000, ist aber im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent zurückgegangen. Dies würde nach den Worten von Martin Zirner bedeuten, dass der Fachkräftebedarf hoch bleiben würden, aber die Betriebe reagieren vorsichtiger „weil im Neubau die Aufträge zurückgehen, die Sanierungsquote im Bestand ein Allzeittief erreicht hat und selbst Wachstumsfelder wie Photovoltaik und Elektromobilität nicht mehr in dem Tempo zulegen wie noch in den Vorjahren. Dies bedeute für Hessen und den Landkreis Limburg-Weilburg das die Betriebe nach wie vor gut ausgelastet sind, viele Mitgliedsbetriebe berichten von hohem Beratungsaufwand“. Politisch würde Man auch als Elektro-Innung klare Rahmenbedingungen brauchen, ein Belastungsmoratorium für den Mittelstand, planbare und verlässliche Förderkulissen, beschleunigte Genehmigungsprozess sowie ein Steuersystem, das Leistung nicht bestraft, sondern honoriert. „Wir brauchen eine aktive Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik, die Ausbildung, Weiterbildung und Arbeitsanreize stärkt, anstatt zusätzliche Hürden zu schaffen“. Erfreulich sind die Zahlen aus dem Ausbildungsbereich. Demnach sind über alle Lehrjahre hinweg 120 junge Menschen in Ausbildung. Die anschließenden Neuwahlen wurden von Stefan Lassmann als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft durchgeführt. Für die weiteren fünf Jahre wurde Martin Zirner in seinem Amt als Obermeister bestätigt. Weiter im Vorstand sind die stellvertretenden Obermeister Björn Schmidt, Jürgen Schlitt so wie die Beisitzer Lothar Collee, Jürgen Heun, Jürgen Plotz, Tom Niederstein, Reinhard Huhnold, Marius Muth, Manfred Alert.