
Stabilität im Handwerk aber auch starker Druck unter dem vor allem die kleineren Bäckereien stehen wurde im Jahresbericht des Obermeisters des Bäckerhandwerks Peter Krekel besonders hervorgehoben. Stabilität wurde vor allem bei den Zahlen zum Mitgliederstand berichtet. Derzeit sind 21 Mitglieder in der Bäckerinnung „Es gab im Jahr 2025 weder Zu- noch Abgänge. Das ist solide, und in diesen Zeiten ist Stabilität im Ehrenamt und im Handwerk keine Selbstverständigkeit“ so der Obermeister. Die Kreishandwerkerschaft konnte auch 2026 wieder ein breites Seminarangebot auf die Beine stellen. Themen wie Arbeitsverträge, Arbeitszeiterfassung, Ausbildung und Krankheitsfälle standen auf den Programmen „und natürlich auch die beliebte Bierdeckelkalkulation, die erneut gut angenommen wurde“. Darüber hinaus gab es Seminare zu betriebswirtschaftlichen Fragen sowie zu aktuellen Themen rund um Digitalisierung und Künstliche Intelligenz unter dem Motto „Googeln war gestern“. Ein besonderes Format, das sich mehr und mehr in der Bäckerinnung etabliert hat, ist das Unternehmerfrühstück bei dem nicht nur gefrühstückt „sondern vor allem geredet, diskutiert, zugehört und voneinander gelernt wird. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist dieser kollegiale Austausch Gold wert“. Bundesweit steht das Bäckerhandwerk nach den Worten von Peter Krekel unter starkem Druck. In den letzten Jahren hat das Handwerk 30 Prozent der handwerklichen Bäckereibetriebe verloren. „Drei von zehn Betrieben gibt es heute nicht mehr. Das ist nicht nur eine Statistik – das ist ein Stück regionaler Identität, ein Verlust an Vielfalt, an handwerklicher Qualität und an Lebensgefühl“. Steigende Energiekosten treffen das Handwerk besonders hart, laufen doch die Backöfen frühmorgens oder spät in der Nacht, genau dann, wenn Strom teuer ist. Dazu kommen steigende Löhne, Rohstoffe wie Mehl, Butter und Zucker sind spürbar teurer geworden, Sozialabgaben und ein wachsender bürokratischer Aufwand. Gleichzeitig verstärkt sich der Wettbewerb mit Backstationen in Supermärkten und großen Filialsystemen. „Der Preisdruck ist enorm, und Kunden vergleichen heute stärker als früher“. Trotzdem solle Man sich kleiner machen, steht doch das Handwerk für Frische, Qualität, für ehrliche Handarbeit, für Nachhaltigkeit und für regionale Verantwortung. „Das ist unser Markenkern – und das ist unsere Stärke“. Ein Thema, das auch das Bäckerhandwerk verfolgt, ist der Fachkräftemangel. Aktuell werden in den Betrieben der Innung 90 Jugendliche ausgebildet, was einen Anstieg zum Vorjahr bedeutet, in dem die Zahl bei 78 lag. Man müsse weiter an dieser Zahl arbeiten, damit der Berufsschulstandort Limburg auf Dauer nicht gefährdet wird. Nach diesem ausführlichen Bericht wurden Wahlen notwendig. Gewählt wurden zum Obermeister für die nächsten fünf Jahre Peter Krekel, zum stellvertretenden Obermeister Michael Sabel und zu Beisitzern Marina Lanois, Markus Nordhofen und Mario Roth. Die nächste Brotprüfung soll am 12. August in der BÄKO stattfinden.